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Die Entscheidung für ein Tragegeschirr und die zunehmend schwierige Pflege der Pfote

Ich habe mich entschieden, bei der Auswahl einer geeigneten Tragehilfe nicht am falschen Ende zu sparen. Das Geschirr, auf das ich bereits seit einiger Zeit (auch vor dem Unfall schon) beide Augen geworfen habe, erschien mir auf eBay einfach unerschwinglich. Dort kostet es 240 Euro, was im Moment einfach nicht drin ist. Es sind bereits einige Kosten angefallen und ein Ende ist nicht abzusehen, zumal ja auch noch nicht entschieden ist, wie wir mit der Pfote weiter vorgehen wollen. Beim googlen fand ich heraus, dass das Traumgeschirr meiner schlaflosen Nächte in diesem Shop gar nicht so teuer ist. (Nachträgliche Anmerkung: es war mit 99,90€ bepreist) Somit lohnt es sich auch nicht auf das Gebrauchte, welches für 120€ auf eBay eingestellt ist, zu bieten. Morgen rufe ich dort einmal an und frage wie schnell eine Bestellung ausgeführt werden könnte. 

Morgen haben wir auch einen Termin in der Tierklinik um die Pfote beurteilen zu lassen und gemeinsam mit den Tierärzten die für Magni richtige Entscheidung zu treffen. Im Anbetracht des Zustandes der Pfote sind wir recht skeptisch und ängstlich. Zwar geht es Magni unübersehbar den Umständen entsprechend erstaunlich gut, aber das Aussehen der Pfote macht uns kaum Hoffnung darauf, dass eine Amputation der zerstörten Zehen ausreichen würde, und die Überlegung, dass Magni auf drei Beinen keine Zukunft hat, können wir nicht revidieren.

Allerdings merken mein Mann und ich im Gespräch, dass ganz unabhängig voneinander bei uns beiden die Sicherheit ob der Entscheidung, ihn im Falle einer notwendigen Amputation der gesamten Pfote einschläfern zu lassen, extrem bröselt. Wann immer wir ihn ansehen sehen wir einen Hund, der das Beste aus den Karten macht, die ihm ausgeteilt wurden. Der auf dem Rücken, wohlig schmatzend, im Bett zwischen uns liegt und wie ein Schweinchen grunzt, wenn man ihn streichelt. So sehr wir uns auch bemühen realistisch zu sein und egal wie wichtig es uns ist, ihn nicht leiden zu lassen; Nur weil die Schuldgefühle mich fertig machen... sehen wir hier keinen Hund, der sterben will. Kein Tier das abgeschlossen hat oder in irgendeiner Weise "fertig" ist mit dieser Welt.

So wälzen wir das Internet und stoßen dabei auf die Seite dieses Prothesenbauers und sind uns zunehmend sicher, dass wir im Falle einer Amputation zumindest den Versuch solch eine Prothese für Magni anfertigen zu lassen starten möchten. Zu zweifelsfrei zeigt Magni uns, dass er diese Chance wirklich will. Dass er sie verdient hat steht sowieso außer Frage.

Hier ein Foto von Magni, mit Verband um die Pfote.


Im Moment ist es draußen einfach noch zu kalt, als das Magni "nackig" rumlaufen könnte, zum Einen, weil er so ausgemergelt ist, zum Anderen, weil ihm am Do für den Ultraschall der Bauch rasiert wurde. Leider können wir seinen speziellen Magnipulli momentan nicht verwenden, da die Ärmel zu eng für die dick verbundene Pfote sind. 

Heute sieht die Pfote so aus:

Von oben:


Von der Seite:


Die abgestorbene Haut fängt an sich vom darunter liegenden Gewebe abzulösen. Ich nutze jede erkennbare Öffnung um mit einer Spülkanüle unter das tote Gewebe zu kommen, damit sich darunter keine stark infizierten Wundhöhlen bilden können.

Morgen liegt ein langer Tag mit vielen Besorgungen vor uns. 

Auch wenn ich mit allen Mitteln versuche Magnis Versorgung so zu managen, dass Denni seine Ruhezeiten hat, läßt es sich nicht vermeiden, dass für uns beide nur sehr wenig Schlaf bleibt. Folglich fühlt auch Denni sich wie durch den Wolf gedreht und ich bin froh ihn morgen in der Klinik bei mir zu haben, wer weiß was für Entscheidungen auf uns warten.